Zum Internationalen Frauentag am 8. März stellen wir eine Frau vor, die zeigt, was Stärke im Alltag bedeuten kann: neu ankommen, Hürden überwinden – und daraus die Kraft schöpfen, andere zu unterstützen.
Oksana Hryb ist Englischlehrerin aus der Ukraine. Nach ihrem Umzug nach Deutschland begann für sie ein herausfordernder Neuanfang: ein neues System, eine neue Sprache, eine neue Kultur. „Anfangs schien alles zu kompliziert“, sagt sie – vor allem Sprache und Bürokratie seien schwer gewesen. Doch Oksana blieb dran. Schritt für Schritt. Und sie lernte, wie wichtig es ist, auch kleine Fortschritte wahrzunehmen und wertzuschätzen.
Es gab Momente, in denen sie zweifelte. Was ihr dann half? Der Blick auf das, was ihr am wichtigsten ist: ihre Kinder. „Meine Kinder und der Wunsch, das Beste für sie zu tun“, gibt ihr bis heute Kraft. Und sie beschreibt eine Haltung, die viele Menschen ermutigen kann: sich auf den nächsten machbaren Schritt zu konzentrieren. Denn aus kleinen Schritten werden mit der Zeit große Ergebnisse.
Heute gibt Oksana diese Erfahrung weiter: Bei Stephanus vor Ort in Berlin-Friedrichshagen unterrichtet sie Deutsch und begleitet vor allem ältere Menschen aus der Ukraine dabei, in ihrem neuen Alltag sicherer zu werden. Für Oksana ist Sprache weit mehr als Grammatik. Sprache ist ein Schlüssel – zu Kommunikation, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit.
„Weil Sprache Türen zu Kommunikation, Selbstvertrauen und einem erfüllten Leben in einem neuen Land öffnet“, erklärt sie ihre Motivation.
Besonders bewegt Oksana, wie viel ein kleiner Erfolg bewirken kann – gerade dann, wenn Menschen in einem neuen Land noch einmal bei null beginnen. Ein Moment ist ihr besonders im Gedächtnis geblieben: Ein Teilnehmer konnte zum ersten Mal selbstständig Medikamente in der Apotheke kaufen und sagte anschließend stolz: „Jetzt kann ich!“ Ein kurzer Satz – und doch ein großer Schritt in Richtung Teilhabe und Selbstvertrauen.
Zum Frauentag teilen wir auch Oksanas persönliche Definition von Mut. Sie sagt:
„Mut bedeutet für mich, das zu tun, was schwierig erscheint, und weiterzugehen, auch wenn man Angst hat.“
Und noch konkreter: Herausforderungen nicht als etwas Negatives zu sehen, sondern als „Mittel für etwas Gutes“.
Zum Internationalen Frauentag danken wir Oksana Hryb herzlich – für ihre Zeit, ihre Professionalität und ihre fürsorgliche Art. Ihr Engagement zeigt: Teilhabe entsteht dort, wo Menschen einander unterstützen, Wissen teilen und einander zutrauen, den nächsten Schritt zu gehen.
Wir wünschen allen Frauen einen stärkenden 8. März – und sagen Danke an alle, die jeden Tag Mut leben.
